Kürze+++Neues in Kürze+++Neues in Kürze+++Neues in Kürze+
 

("die Stiftung lebt": Forts. von S. 10)


„Geschichtsbewusstsein - das meint, im Gedächtnis bewahren, was nicht verloren gehen darf und verstehen lernen, was sich ereignet hat: Unmenschlichkeit und Widerstand, die Hybris der nationalsozialistischen Ideologie und eines davon geprägten Staates und die Lehren, die unsere Väter und Mütter daraus gezogen haben, als sie das Grundgesetz schufen, als sie unser Land wieder aufbauten und eine Zeit des Friedens und der Freiheit in einer demokratischen Ordnung begründeten.“
„Geschichtsbewusstsein hilft Brücken zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu bauen, hilft zu begreifen: Vergangenheit und Gegenwart sind untrennbar. Es gibt kein Ende der Geschichte und keinen Schlussstrich. Es gibt keinen völlig neuen Anfang.“
„Der Zusammenbruch der bürgerlichchristlichen Zivilisation hat Menschen damals heimatlos gemacht. Sie suchten nach einem neuen Glauben. Hitler hat ihnen einen gegeben. Die Grußformel ‚Heil Hitler‘ brachte zum Ausdruck, was sie von ihm erwarteten. Von der Politik aber dürfen wir nicht etwas erwarten, das mehr ist als nur Politik. Politik ist der manchmal mühsame und auch lange Weg hin zum Kompromiss. Demokratische Gesinnung verzweifelt nicht an der Unvollkommenheit von Mensch und Welt. Demokraten erwarten von der Politik keine Erlösungsversprechen und geben keine Erlösungsversprechen.“

„Was soll erreicht werden durch Erinnerungskultur? Es geht nicht um die Konservierung von Entsetzen und Schuld. Es geht um die Erkenntnis von Verantwortung, um die Überwindung von Gleichgültigkeit und darum, dass wir erkennen, wo sich Zynismus und Ignoranz breit machen. Zwei Drittel aller Deutschen sind nach dem Krieg und der Nachkriegszeit geboren. Es beginnt also die Zeit nach den Zeugen.“
(Die vollständige Rede kann beim Dok-Zentrum bestellt werden)

 

Sind die „Moorsoldaten“ out?
… fragen wir uns und reichen diese Frage an unsere Leser weiter. Der Hintergrund: nach der letzten, mittlerweile 31. Gedenk-feier am „Volkstrauertag“ in der Ulmer Gedenkstätte wurden einige Stimmen dahingehend laut, dass das Ritual unserer Gedenkfeiern, und insbesondere das gemeinsame Singen der „Moorsoldaten“ überholt sei und nicht mehr in die Zeit passe …
Bitte schreiben Sie uns Ihre Meinung, wir würden gern über das Ergebnis in der nächsten Nummer berichten.
A propos „Moorsoldaten“: Das uns freundschaftlich verbundene Dokumentationszentrum Emslandlager (PF 1132, 26851 Papenburg; mail@diz-emslandlager.de) hat eine sehr interessante CD mit „Bearbeitungen, Nutzungen, Nachwirkungen“ des „Liedes der Moorsoldaten“ von 1933 bis 2000 herausgebracht: 160 Min., 25,00 €. Sehr zu empfehlen!


„Virtueller Rundgang durch die KZ-Gedenkstätte Oberer Kuhberg“…
… ist der Titel einer von Christian Loyal, guide und Webmaster am Dok-Zentrum, hergestellten neuen CD. Das selbstständige Programm (6 MB) kann von der Homepage www.dzokulm.telebus.de heruntergeladen oder im Büro zu einer Schutzgebühr von 5,00 € bezogen werden.


Die Landesstiftung Baden-Württemberg …
… unterstützt seit 1. Mai 2003 unser „Projekt Gedenkstättenpädagogik“, das im ersten von insgesamt drei Förder-Jahren sehr erfolgreich Gestalt angenommen hat. Die Fördersumme deckt annähernd die Personalausgaben für die Stelle der Gedenkstättenpädagogin. Heute schon müssen wir uns aber Gedanken machen, wie es ab Mai 2006 weitergeht, denn dann ist die Förderdauer beendet. Liebe Leser, helfen Sie uns bei der Suche nach Finanzierungs-Quellen!

 

Bürgermeister Dr. Götz Hartung …
… seit 1973 bei der Stadt Ulm im Amt für die Bereiche Kultur und Soziales und ein solidarischer Begleiter des Dokumenta-tionszentrums über drei Jahr-zehnte hinweg, geht in diesen Tagen in den Ruhestand. Wir danken ihm herzlich, wünschen das Beste und hoffen, dass er auch als Ruheständler unseren Aufgaben aktiv verbunden bleibt. Ab 1. September wird Sabine Mayer-Dölle seine Nachfolge antreten, auch als städtische Ansprechpartnerin des DZOK.


Das Foto (Dierk Nülle) zeigt Hartung beim Jahrestag der „Stiftung Erinnerung Ulm“ am 14. Februar. Links neben ihm CDU-Fraktionsvorsitzender Joachim Hedwig. (A-DZOK, Stiftung 02/04)


Ein neuer Ulmer Gemeinderat
…wurde am 13. Juni gewählt. Im Rahmen der zu vergebenden 40 Sitze gewannen die FDP einen (jetzt zwei) und die Grünen drei Sitze (jetzt sieben) dazu, während die SDP zwei (jetzt neun) und die CDU einen Sitz (jetzt zwölf) verloren. Die FWG konnte ihre zehn Sitze halten.-
Im Herbst werden wir den neuen Gemeinderat wieder in die Gedenkstätte einladen. Auf gute Kontakte!


Der Kinderchor der „Ulmer Spatzen“ …
… unter Leitung von Hans de Gilde studiert in diesen Wochen die „Kinderoper“ Brundibar ein und wird sie am Sonntag, 24. Oktober, nachmittags 15 Uhr, auch in der Ulmer Gedenkstätte aufführen.
Brundibar, die Geschichte des Kampfes leiser Kinder(-stimmen) gegen einen lautstarken Leierkastenmann, wurde von dem Prager Komponisten Hans Krasa (geb. 1899) für die „Freizeitgestaltung“ im Konzentrationslager Theresienstadt, zur Kinderoper verarbeitet und dort im September 1943 erstmals aufge-

 

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